Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Begrüßungsrede Des Ibn Rushd Funds 2006

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Begrüßungsrede anlässlich der Verleihung des Ibn Rushd Preises an

Fatima Ahmed Ibrahim

 

Dr. Farouk Beydoun                                                Berlin 08.12.2006

 

Verehrte Damen und Herren,

 

im Namen des Ibn Rushd Funds heiße ich Sie herzlich willkommen zur Feier anlässlich der Verleihung des Ibn Rushd Preises an Fatima Ahmed Ibrahim.

Wir haben uns heute versammelt, um die diesjährige Preisträgerin, die bedeutende sudanesische Politikerin und Parlamentarierin Fatima Ahmed Ibrahim, zu ehren. Sie ist zu diesem Anlass eigens aus dem Sudan angereist, um den Ibn Rushd Preis für Freies Denken persönlich entgegen zu nehmen. Fatima Ahmed Ibrahim, herzlich willkommen in Berlin.

 

Ebenfalls begrüße ich herzlich unseren Ehrengast, Frau Ulrike Freitag, Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität und Direktorin des „Zentrums Moderner Orient“ in Berlin. Sie kommt, um mit uns die Preisträgerin zu würdigen, herzlich willkommen.

Wir begrüßen die Vertreter der arabischen Liga, der Gesellschaften, Vereine und akademischen Einrichtungen in Berlin,

Herrn Sven Kohlmeier, SPD-Mitglied im Abgehordnetenhaus sowie Vertreter der Presse und alle Gäste, die von weither gekommen sind, um dieser Ehrung beizuwohnen.

Unser Dank gilt auch insbesondere den Verantwortlichen des Goethe Instituts, die uns heute diese Räumlichkeiten zu Verfügung stellen.

In diesem Jahr war der Preis ausgeschrieben für  eine politisch engagierte Frau, die sich um Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Demokratie in der arabischen Welt verdient gemacht hat.

Für eine arabische Frau ist es bis heute weder einfach noch ungefährlich, sich politisch zu engagieren. Zu unserer Überraschung erreichten uns trotzdem zahlreiche Vorschläge für Kandidatinnen, die mutig und unbeirrt für Freiheit und Menschenrechte und für die Rechte der Frau in der arabischen Welt gekämpft haben. 13 Kandidatinnen standen zur Wahl: aus Saudi-Arabien, Bahrain, Jordanien,  Libanon, Syrien, Ägypten und aus dem Sudan. Ihnen allen gilt unser Respekt und unsere Hochachtung.

Wie in jedem Jahr wird der Ibn Rushd Preis in mehreren Sprachen öffentlich bekannt gemacht. Kandidaten können von jeder Person weltweit vorgeschlagen werden. Eine unabhängige, fachbezogene Jury, die jedes Jahr neu berufen wird, entscheidet über den Preisträger. Sie besteht zumeist aus bekannten arabischen Persönlichkeiten. Auch deutsche Akademiker, die sich mit  dem Ausschreibungsthema fachlich auseinandergesetzt haben, können   Jurymitglieder sein. Auf diese Weise ist Fatima Ahmed Ibrahim von einer vierköpfigen Jury gewählt worden. Der Lebenslauf  der Jury ist im Internet zu finden und liegt als Kopie im Saal aus.

Dieser Preis ist der 8. Preis, der vom Ibn Rushd Fund verliehen wird, knapp 9 Jahre nach seiner Gründung – allein ermöglicht durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder und Spenden engagierter Bürger.

Unsere Arbeit im Ibn Rushd Fund hat das Ziel und Bestreben, schöpferische Menschen aus der arabischen Welt zu würdigen, die sich durch ihre Werke für die Aufklärung in der arabischen Welt besonders verdient gemacht haben. Auf diese Weise soll eine neue Kultur des Wissens geschaffen werden, die mit den Waffen der Vernunft Despotismus, Korruption und Ignoranz verurteilt und sich für Freiheit, Gleichheit und Demokratie einsetzt. Auf dieser Basis kann eine moderne arabische Gesellschaft entstehen.

Allen, die uns unterstützt haben, möchten wir hiermit herzlich danken. Wir freuen uns auf neue aktive Mitglieder, die mit uns zusammen arbeiten möchten.

 

Liebe Frau Fatima Ahmed Ibrahim, wir sind stolz auf Sie und haben große Bewunderung für Ihr kämpferisches Lebenswerk. Wir wünschen Ihnen Gesundheit und langes Leben.