Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Mitglieder der Jury 2006


Ahmad Faez al-Fawwaz

Ahmad Faez al-Fawwaz wurde 1934 in Riqqa geboren. Nach seinem Studium der Medizin an der syrischen Universität in Damaskus (1952–1957) promovierte er an der Humboldt Universität und spezialisierte sich 1967 als Facharzt für innere Medizin an der Charité in Berlin. Danach arbeitete er als Mediziner in Riqqa und war politisch aktiv. Wegen seiner Aktivität in der kommunistischen Partei Syriens wurde er jahrelang (1980–1995) inhaftiert. Nach seiner Freilassung arbeitete er wieder als Arzt bis er 2001 in den Ruhestand ging. Zur Zeit ist al-Fawwaz politisch unabhängig und Leiter der syrischen Menschenrechtsorganisation.

Angelika Neuwirth

Angelika Neuwirth wurde am 04. November 1943 in Nienburg/Weser geboren. Nach einem Studienjahr an der Universität Teheran studierte sie Semitistik, Arabistik und Klassische Philologie an der Universität Göttingen (1964-67). Das Magisterstudium setzte sie an der Hebrew University in Jerusalem fort (1967-1970). Es folgen ihre Promotion in Arabistik an der Universität Göttingen (1972) und ihre Habilitation in Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität München (1977). Nach einer Gastprofessur an der University of Jordan am Lehrstuhl für Arabische Philosophie (1977-1981) hatte sie in Amman die Leitung einer Sektion an der Royal Academy for Islamic Civilization (181-1983). Es folgten eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Bochum (1983-1984), eine Fiebinger–Professur an der Universität Bamberg (1985–91), eine Kurzzeitprofessur an der Universität Ain-Shams in Kairo (1989/1990), Lehrstuhl für Arabistik an der Freien Universität Berlin (seit 1991). Prof. A. Neuwirth war in den Jahren 1994–99 Direktorin des Orient Instituts der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Beirut und Istanbul. 1997-1999 war sie Leiterin zweier EU-Projekte (MEDA Demokratie) in Beirut und Istanbul. Seit 2003 leitet sie (zusammen mit Almut Bruckstein) das Projekt “Jüdische und Islamischen Hermeneutik als Kulturkritik” am Wissenschaftskolleg Berlin. Sie ist Beirat für das Projekt "Weltreligionen" (Suhrkamp-Verlag) im Orient-Institut, Hamburg, Mitglied des Auswahlkommitees des DAAD und Vertrauensdozentin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 1996 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz für Verdienste um kulturelle Zusammenarbeit Deutschland-Libanon ausgezeichnet.

Ausgewählte Publikationen:

  • Abdallatif al-Baghdadis Bearbeitung des Buches Lambda der aristotelischen Metaphysik. Wiesbaden 1972
  • Studien zur Komposition der mekkanischen Suren. Berlin 1981
  • Kulturelle Selbstbehauptung der Palästinenser. Survey der modernen Palästinensischen Dichtung. (zus. mit Birgit Embalo & Friederike Pannewick). Beiruter Texte und Studien 71. Beirut/Würzburg 2001.

 

Asma Khader

Asma Khader studierte Rechtswissenschaften in Damaskus. Seit 1981 ist sie als Rechtsanwältin tätig. 1991 gründete Khader die al-Ata’a Women’s Cooperative, deren Präsidentin sie bis 2000 war. Von 1992 bis 1996 war sie Präsidentin der jordanischen Frauen-Union und 1996/97 Direktorin der palästinensischen Meschenrechtsorganisation al-Haqq in Ramallah (Westbank). 1997 gründete sie die Frauenrechtsorganisation International Sisterhood (SIGI) in Jordanien und 1998 die Menschenrechtsorganisation „Mizan - Law Group for Human Rights“, ein Netzwerk von Anwälten und Menschrechtsaktivisten, das sie seit der Gründung leitet. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Ausbildung von Frauen und die Anleitung von Rechtsanwälten bei Verstößen gegen die Menschenrechte. Asma Khader war Delegationsmitglied der National Fact Finding Mission in Jordanien. 1990 wurde sie mit dem Human Rights Watch für die Verteidigung der Menschenrechte in Jordanien ausgezeichnet sowie 1991 mit dem Jordanian Independence Medal of the First Degree für ihre Rolle bei der Verfassung des jordanischen Grundgesetztes.

Von ihr sind zahlreiche Publikationen zu Rechts- und Menschenrechtsfragen erschienen wie „Das Gesetz und die Zukunft der palästinensischen Frau“ und als Co-Autorin „Die jordanische Frau und ihr politisches Engagement“ sowie „Die jordanische Frau und das Wahlrecht“ (alle in arabischer Sprache erschienen).

Qassim Haddad

Qassim Haddad wurde 1948 in Bahrain geboren. 1969 gründete er mit anderen Intellektuellen die „Familie der Dichter und Schriftsteller in Bahrain“ und 1970 das Awal-Theater. Heute ist er Chefredakteur der Zeitschrift „Kalimat“ (Worte) und Vorsitzender des bahrainischen Schriftstellerverbands.

Qassim Haddad ist Verfasser von 15 Gedichtsbänden und einer der bekanntesten Dichter seines Landes. Einige seiner Gedichte, unter anderem „Qalb al-hubb“ und „ad-Dam“ wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er hat außerdem ein Sachbuch über das Theater in Bahrain verfasst.

1996 gründete er die Internetseite „Jehat al-Shi’r“ (Richtung der Lyrik - www.jehat.com).