Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Während der Zeremonie wurde der IBN RUSHD Fund für Freies Denken repräsentiert von (links nach rechts) Dr. Khairi Qattawi, Hr. Sherif, Hr. Bushnaq und Dr. Hachicho.

Hr. Bushnaq, Vorsitzender des IBN RUSHD Funds sagt: "Es ist nicht unsere Absicht die westliche Gesellschaft zu imitieren, denn jede Gesellschaft muss ihre individuelle Entwicklung machen. Der Dialog aber zwischen Alt und Neu, Tradition und Moderne, zwischen den unterschiedlichen politischen Richtungen kann nur dann zum Erfolg führen, wenn der Mensch seine Meinung frei und offen äußern kann, Toleranz übt und Wege der Vernunft sucht. Um dieses Ziel zu erreichen ist unser erster Schritt den IBN RUSHD Preis zu verleihen - für Personen, die sich im arabischen Raum für diese Ziele verdient gemacht haben, durch ihre Werke und Errungenschaften, die wichtige Schritte bedeuten für die Entwicklung von Meinungsfreiheit und Demokratie." 

 

Dr. Hachicho - Teil des Verwaltungsrats - sagt: "Das ist der erste Preis des Vereins seit der Gründung vor einem Jahr. Dieser Preis sollte nicht wegen dessen materiellen Wert bemessen werden sondern wegen seines herausranden moralischen Wertes.

Der IBN RUSHD Preis für das Jahr 2000 wird einer Person verliehen, die bemerkenswerte Arbeit im Bereich Frauenrechte und dessen Freiheit geleistet hat."

Hr. Sherif - Stellvertrender Vorsitzender des IBN RUSHD Funds - erklärte warum genau der Sender Al-Jazeera unter all den anderen Kandidaten ausgewählt wurde, und wie der Prozess der Entscheidung inmitten von Debatten und Diskussionen vieler Intellektueller vonstattengegangen ist. Mit der Entscheidung erhoffen sich der Fund sowie dessen Unterstützer das auch andere arabische Sender dem Beispiel Al-Jazeeras aufschlussreicher Rolle in der arabischen Medienwelt folgen. Zudem erwähnte Hr. Sherif, dass Al-Jazeera erst zwei Tage zuvor auch den Prinz-Claus-Preis 1999 verliehen bekam.

 

Fr. Abier Bushnaq - Teil des Verwaltungsrats - gab eine kurze Programm Beschreibung über den Senders Al-Jazeera, der im Jahr 1996 gegründet wurde und aus Qatar Nachrichten, Reportagen und Talk-Shows an über 215 Milionen Zuschauer im arabischen Raum ausstrahlt.

Dieser private Sender befasst sich mit gegenwärtigen politischen und sozialen Themen, die in vielen arabischen Staaten entweder Tabuthemen sind oder sehr rar angesprochen werden. Einige dieser Themen sind beispielsweise: Defizite in der Ausführung der Demokratie, Verstöße gegen die Menschenrechte, die Kontroversen über Religion und Fundamentalismus sowie die Allgemeinen Rechte der Frau.

Politische Talkshows oder offene Diskussionen waren über eine lange Zeit unbekannt in der arabischen Welt. In live-Diskussionen können Gäste nun frei über Politik und soziale Probleme reden. Der Sender versucht einen Raum für Kontroverse Themen in der arabischen Welt zu schaffen, für links-orientierte und konservative Intellektuelle, Islamisten und Säkularisten, Staatsvetreter und Regimekritiker. Jeder der möchte kann seine Meinung frei vertreten.

Das Motto ist schlicht: "Die Meinung und die gegensätzliche Meinung" - "ar-Ra'i wa ar-ra'i al-akhar".

 

Im Publikum waren zahlreiche Vertreter der arabischen und europäischen Medienwelt, sowie Menschenrechtler und politisch engagierte Araber aus Deutschland.

 

 

 

Es gab auch einige Fragen aus dem Publikum –  einige waren kritisierend, andere wiederum lobend.

 

 

 

Hr. Bushnaq, Vorsitzender des IBN RUSHD Vereins für Freies Denken, verleiht den Ibn Rushd Preis 1999 an  Hr. M. Jassem al-Ali, den Geschäftsführer des al-Jazeera Satelliten Kanals, um dessen wegbereitende Arbeit, das freie demokratische Denken im arabischen Raum zu unterstützen und zu verbreiten, zu ehren. 

 

 

Hr. Jassem al-Ali überreicht dem Ibn Rushd Verein eine kleine freundliche Erinnerung - das Al-Jazeera Logo.