Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Sadiq, ... mein Teuerster von Eman Chaker al-Azm

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Sadiq, mein Teuerster:

Sag mir Geliebter,
wie soll mein Wesen die Fäden Deiner abwesenden Anwesenheit entwirren,
die sich jetzt in den Schatten meines Lebens streut?

Sag mir
wie konnte dein großes Herz Dir erlauben mich zu verlassen,
ohne mich zu lehren, wie ich absehe von der Bitterkeit dieser Art Abschied
mit seiner außergewöhnlichen reichen und schüchternen Würde.

Sag mir Sadik:
Wie kann ich meine leidenschaftlichen Gefühle unter dem Echo Deiner geflüsterten Worte mit Deiner menschlich zarten Anwesenheit beruhigen, die den Tod lächelnd willkommen hieß, vergebend und mit Dir selbst versöhnt.

Sag mir
wie ich dieses stille Rauschen  zum Schweigen bringen kann,
das auf mir lastet, seit Du Deine Reise mit dem schrecklichen Tod begannst?

Wie kann ich schlafen, Sadiq
immer noch begleitet vom Wohlklang Deines süßen, ironischen Lächelns
das ankündigte, dass Du für immer von uns gehen willst.
Ich habe beschlossen, das Leben der gesagten Worte zu unterbrechen
ohne Bedauern, ohne Betteln. Ich will nicht
dass meine Anwesenheit ihre Wirkung und Ausstrahlung verliert.

Meinen Tod sollst Du willkommen heißen, Eman, denn ich will niemandem zur Last fallen. Ich schäme mich vor den Krankenschwestern und Krankenpflegern
die mich überhäufen mit Aufmerksamkeit und Mitgefühl, und versuchen,
mir die schwere Last des Körpers leichter zu machen.

Heiße auch, meine Liebste, meinen Abschied willkommen
damit er unbeschwert und schön wird. Denn ich will kein Leben ohne Sinn.
Das ist der wahre Sadiq,
dessen Weggang mein Lebenslicht verdunkelt und es doch erhellt durch die Erinnerungen,
die nun um mich sind während ich bete für ihn
als das farbenprächtige Wunder das er bis ins letzte Detail war.

Danke mein Teuerster
dass Du darauf beharrtest, nicht zu gehen
ohne die Wärme meiner Hände und meines Herzens nah bei Dir zu wissen.
Ich hoffe, nicht zu übertreiben, wenn ich behaupte:
Von all den Menschen, denen ich in meinem Leben begegnet bin,
bist Du der einzige Mensch, dessen Name ihn ganz und ohne Abschläge beschrieb
Sadiq Jalal Al Azm, die Wahrhaftigkeit der Wahrheit.
 
Lieber Sadiq, du die Wahrheit sagender:
Ich habe mich vor Dir verneigt, und werde mich weiterhin
vor Dir verneigen aus Achtung für Deine Größe
mit all der Liebe, die aus meiner Seele strömt und die Welt füllt.