Pressemitteilung
Ibn
Rushd Preis für Freies Denken Berlin, November 2010.
Das freie Denken hat
keinen leichten Stand in unserer gegenwärtigen Welt, die geprägt ist
von
Konfrontationen zwischen Systemen.
Frieden zu schaffen oder zu erhalten zwischen
Nationen und Kulturen ist
die Herausforderung des 21 Jahrhunderts. Der Dialog ist der einzige
Weg, auf
dem sich entgegengesetzte Sichtweisen begegnen können, die einzige Art,
den
anderen sich selbst und die eigene Sicht der Welt zu erklären. Nicht zuletzt darum hat
sich der Ibn Rushd
Fund, der das Freie Denken in der arabischen Welt fördern will, im Jahr
2010
zum Ziel gesetzt, seine
Unterstützung
explizit denjenigen zukommen zu lassen, die gegenwärtig unabhängige,
eigene
Standpunkte entwickeln und wagen, sie zu äußern; und jenen,
die die
Verbreitung dieses freien Denkens den widrigen Umständen zum Trotz ermöglichen. Die
Ausschreibung des Ibn
Rushd Preises 2010 suchte "einen
Internet-Aktivisten/Weblogger, der den öffentlichen Diskurs bereichert
und
vorantreibt." Eine unabhängige Jury
mit
Mitgliedern aus vier verschiedenen
arabischen Ländern (Kurzbiografien der
Jurymitglieder) wählte die
Internetplattform al-Hewar
al-Mutamaddin (www.ahewar.org)
als Trägerin des 12. Ibn Rushd Preis aus. Das Forum al-Hewar
al-Mutamaddin wurde 2001 vom
irakischen Internetaktivisten Rezgar Akrawi ins Leben gerufen. Die hier
publizierten
Artikel werden von etwa 550 Millionen Menschen gelesen. Al-Hewar
al-Mutamaddin ist
damit eine der
aktivsten Plattformen der arabischen Welt, die jeden Tag mehr Besucher
hat als
bekannte arabische Tageszeitungen. Die Redakteure des
al-Hewar al-Mutamaddin
sind in verschiedensten Ländern beheimatet. Alle Mitarbeiter und die
insgesamt
über 15 000 Autoren arbeiten unentgeltlich (u. a. Nawal El Saadawi,
Bourhan
Ghalioune, Tarek Heggy, Kadhim Habib oder Amel Grami). Wie der Name 'al-Hewar
al-Mutamaddin' sagt,
geht es dem Forum um den modernen Dialog, um in zivilisierter Weise
gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren. Al-Hewar
al-Mutamaddin will
moderne säkulare Kräfte unterstützen und die Vernetzung und
Zusammenarbeit von
Gruppen fördern, deren gemeinsames Ziel zivile, säkulare und
demokratische
Gesellschaften in der arabischen Welt sind. Ein wichtiges Anliegen
al-Hewars
ist es, die Rechte der Frauen zu unterstützen und zu fördern, und
generell dem
Unrecht sowie jeglicher Art von Radikalismus den Kampf anzusagen. Die Grundregel des
Forums ist, dass alles
diskutiert werden kann und soll, und Tabus nicht gelten. Auch die
eigene
linksorientierte politische Richtung wird offen zur Diskussion
gestellt, denn
nur so kann ein Wandel zum Besseren
stattfinden. Wie zu erwarten stößt
so viel Offenheit und
Wille zum Wandel auf Widerstand, und so ist al-Hewar al-Mutamaddin in
zahlreichen arabischen Ländern durch staatliche Internetzensur für die
Leser
nicht erreichbar; auch seine Autoren haben häufig mit Konsequenzen für
die
persönliche Freiheit zu kämpfen. Der Gründer al-Hewars
Rezgar Akrawi nimmt
den Preis für al-Hewar al-Mutamaddin am 26. November 2010 um 19 Uhr im
Museum
für Islamische Kunst persönlich entgegen. Die Preisverleihung ist
öffentlich.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist frei; um Anmeldung wird gebeten
(siehe
Anlage), da die Vergabe der Plätze zuerst an angemeldete Gäste erfolgt;
frei
bleibende Plätze werden, soweit vorhanden, am Abend an nicht
angemeldete Gäste
vergeben. Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein feierlicher
Empfang mit
Tee und Bakhlava statt, der Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen
bietet. Ibn
Rushd Fund for
Freedom of Thought
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Siehe auch Info-Flyer. |