Pressemitteilung
Ibn Rushd Preis 2010 geht an das arabische Internetforum 'al-Hewar' Der
Ibn Rushd Fund für Freies Denken freut sich, die Internet Plattform al-Hewar
al-Mutamaddin als Träger des 12. Ibn Rushd Preises bekannt zu geben. Mit dem
Ibn Rushd Preis für Freies Denken zeichnet der Ibn Rushd Fund seit 1998
Menschen oder Organisationen aus, die sich um das Freie Denken in der
Arabischen Welt verdient gemacht haben. Die Verleihung des Ehrenpreises
findet am 26. November im Museum für Islamische Kunst (Berlin) statt, das in
diesem Jahr mit dem Ibn Rushd Fund kooperiert. Das
Forum al-Hewar al-Mutamaddin (www.ahewar.org) wurde 2001 vom aus dem Irak
stammenden Internetaktivisten Rezgar
Akrawi ins Leben gerufen. Inzwischen lesen etwa 550 Millionen Menschen hier
publizierte Artikel, und al-Hewar gilt mit 300 Millionen Zugriffen als eine
der aktivsten Plattformen der arabischen Welt. Jeden Tag sind auf dieser
Webseite mehr Besucher als auf denen bekannter arabischer Tageszeitungen.
Zahlreiche Redakteure in verschiedensten Ländern unterstützen mittlerweile
den politischen Aktivisten Akrawi; und wie dieser arbeiten sie unentgeltlich,
ebenso alle freien Autoren. Insgesamt haben nahezu 16.000 Autoren bislang auf
dieser Seite publiziert, darunter so bekannte Namen wie Nawal El Saadawi,
Bourhan Ghalioune, Tarek Heggy , Kadhim Habib oder Amel Grami. Wie
der Name 'al-Hewar al-Mutamaddin' sagt, geht es dem Forum um den modernen
Dialog, um eine zivilisierte Weise der Diskussion gesellschaftlich relevanter
Themen. Al-Hewar will moderne säkulare Kräfte unterstützen und die Vernetzung
und Zusammenarbeit von Gruppen fördern, deren gemeinsames Ziel zivile,
säkulare und demokratische Gesellschaften in der arabischen Welt sind. Ein
wichtiges Anliegen al-Hewars ist es, die Rechte der Frauen zu unterstützen
und zu fördern, und generell dem Unrecht sowie jeglicher Art von Radikalismus
den Kampf anzusagen. Auch die eigene linksorientierte politische Richtung
wird offen zur Diskussion gestellt. Leider ist fast zu erwarten, dass so viel
Offenheit auf Widerstand stößt, und so ist al-Hewar al-Mutamaddin in
zahlreichen Ländern verboten; auch seine Autoren haben häufig mit
Konsequenzen für die persönliche Freiheit zu kämpfen. Die
Wahl des Preistträgers erfolgte durch eine vom Ibn Rushd Fund gewählte Jury,
deren Mitglieder sich durch Kenntnis und eigene Publikationen im Bereich 'Freie
Meinungsäußerung im Internet in der arabischen Welt' auszeichnen und
ehrenamtlich für den Fund arbeiteten. Es waren Ahmed Ashour (Al Jazeera Talk
Net, Katar), Dr. Khaled Hroub (Leiter des Arab Media Project, University of
Cambridge), Eman Al Nafjan (Bloggerin, Saudi- Arabien), sowie Naziha Rjiba
(Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, Tunesien). Der Ibn Rushd Fund ist ein in Deutschland
gegründeter Verein mit Mitgliedern aus und in zahlreichen arabischen und
westlichen Ländern. Benannt nach dem Philosophen Ibn Rushd (Averroes,
1126-1198) unterstützt er das Freie Denken und demokratische Kräfte in der
Arabischen Welt durch die jährliche Verleihung des Ibn Rushd Preises. Das
Unterthema variiert jährlich, und umfasste bislang u.a. die Bereiche Journalismus,
Frauenrechte, Islamreform, Literatur und Film, Arabische Aufklärung und
Wirtschaft. Um das Thema zu definieren, ruft der Ibn Rushd Fund jedes Jahr im
Januar seine Mitglieder dazu auf, aus einer Liste von Themengebieten das
Preisthema des Jahres zu wählen. Kandidaten vorschlagen kann jede und jeder
Interessierte; aus den Vorschlägen bestimmt dann eine vom Ibn Rushd Fund
ausgewählte fachlich versierte, unabhängige Jury den Preisträger. Der Ibn
Rushd Preis 2010 war ausgeschrieben für "einen
Internet-Aktivisten / Weblogger, der den öffentlichen Diskurs bereichert und
vorantreibt." Biografie
des Preisträgers Rezgar Akrawi Ibn Rushd Fund for
Freedom of Thought Erich-Weinert-Str.
17 10439
Berlin Germany Tel.
+49 (0) 30 32664-721 Fax
+49 (0) 30 32664-722 Web: www.ibn-rushd.org E-Mail:
contact@ibn-rushd.org ________________ Unterstützen Sie
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