Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Editorial

Liebe Leser!

Wir setzen unseren Schwerpunkt der vorletzten Ausgabe fort und widmen uns einer Reihe zeitgenössischer arabischer Denker, deren Werke auch nach ihrem Tod den Geist der arabischen Moderne prägen und denen wir hiermit Tribut zollen: Nasr Hamid Abu Zaid, Mohamed Abdel al-Jabri, Ayatollah Muhammad Hussein Fadlallah.

Unsere Ausgabe sammelt außerdem immer wiederkehrende Fragen, die sich aus dem Übergang von der Tradition zur Moderne stellen und aus dem Blickwinkel von Autoren betrachtet werden, die aus verschiedenen Ländern kommen:

  • Welche Rolle spielt die Religion im säkularen Staat (hier am Beispiel der Türkei, Sadiq Jalal al-Azm oder als Dikussionsthema in einem Interview mit Abdalla an-Naim)?
  • Ist es notwendig, sich mit dem kulturellen Erbe auseinanderzusetzen, wenn man den Sprung in die Moderne schaffen will (Jabris Werk, beleuchtet von dem sudanesischen Wissenschaftler Ghassan Ali Osman)?
  • Wie gelingt der Fortschritt und welche Rückschlüsse lassen sich aus der eigenen Rückständigkeit ziehen (fragt Muhammad Ahmad az-Zoebi aus Syrien)?
  • Welche Rolle spielt Ibn Rushd heute? Georg Bossong nimmt die arabische Hochkultur Andalusiens, "den goldenen Traum" und deren Rezeption unter die Lupe.

In keinem Bereich findet die Auseinandersetzung der Kulturen miteinander, das Gegenüberstehen und Betrachten des Anderen, mehr Ausdruck als in der Kunst. Issam Nassar versetzt uns in seiner außerordentlich spannenden Untersuchung zurück ins 18. und 19. Jahrhundert und der frühen Fotografie in Palästina.

Nach der Tradition unseres Magazins Minbar Ibn Rushd schließen wir die 12. Ausgabe mit einem literarischen Beitrag, mit der Kurzgeschichte „Die Mauer“ von Hamid Fadlalla.

Liebe Leser, in einer der kommenden Ausgaben soll der Schwerpunkt – vor dem Hintergrund der turbulenten Ereignisse in der arabischen Welt und als Zeichen der Anerkennung für die mutigen Initiatoren und Träger der Revolutionen und des Wandels – bei dem folgenden Thema liegen:
„Die Rolle der jungen Generation bei der Entwicklung in der arabischen Welt und ihre Nutzung moderner Kommunikationsmittel“.
Damit möchte der Ibn Rushd Fund - wie schon bei seiner Themenwahl für seinen Preis der Jahre 2010 und 2011 (Blogger, Journalistinnen) - auf die bisher verkannte Rolle der Jugend (und ganz besonders unter ihnen auch junger Frauen) aufmerksam machen.

Autoren und vor allem auch Autorinnen sind herzlich willkommen, bis zum 20. Februar 2012 Beiträge einzureichen.

Viel Spaß beim Lesen!

Abier Bushnaq
Chefredakteurin

29.01.2012