Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Preisausschreibung

Der Ibn Rushd Preis 2010 wird ausgeschrieben für einen Webblogger der den öffentlichen Diskurs bereichert und vorantreibt.

Der Beitrag des Internets zur Veränderung der Massenkommunikation kann nur schwer in seiner ganzen Bandbreite erfasst werden. Die in der arabischen Welt in der Regel staatsbetriebenen Medien Presse, Rundfunk und Fernsehen bieten nicht ausreichend Raum für offene und öffentliche Diskussion kontroverser Themen. So erhält die durch das schwer kontrollierbare Medium Internet ermöglichte Freiheit, politische und soziale Themen zu diskutieren, eine  nicht zu unterschätzende Bedeutung für arabische Gesellschaften. Viele der Themen, die auf mittlerweile über 40,000 arabischen Web-Plattformen und Diskussionsforen diskutiert werden, sind im realen öffentlichen Raum tabu, finden im virtuellen Raum jedoch statt. Selbst gegen den Widerstand vieler Regierungen durch Überwachung, Schikanierung und sogar Haftstrafen wird das Internet zu einem bedeutenden Medium, mittels dessen arabische öffentliche Räume erweitert und neu gestaltet werden: ein neuer, transnationaler Raum für die Zivilgesellschaft in der arabischen Welt, ein Raum, der bislang private Diskussionen zu öffentlichen Diskussionen macht.
Es besteht kaum Zweifel, dass dieses neue Medium die Werte und Weltanschauungen, die  arabischen und islamischen Gesellschaften im Innersten ausmachen, stark beeinflusst.
 
Mit der Wahl des Themenbereichs 'Internet' für den Ibn Rushd Preis 2010 will der Ibn Rushd Fund auf das Wirken Einzelner im Sinne der Meinungsfreiheit durch das Medium Internet aufmerksam machen, aber auch die Stellung und die Bedeutung des Internets als Plattform für den öffentlichen Diskurs stärken und so dazu beitragen, dass der bislang virtuelle öffentliche Diskurs eines Tages  in die reale Welt übertragen werden muss.

Der Ibn Rushd Preis 2010 ist ausgeschrieben für:
einen Webblogger, eine Person (natürlich oder juristisch), die durch die Verbreitung eigener Inhalte oder Bereitstellung einer Internet-Plattform im Sinne der Meinungsfreiheit über das Internet die offene Diskussion sozial-politischer Thematik wesentlich bereichert und den öffentlichen Diskurs vorantreibt.

Eine unabhängige Jury von Experten wird aus den eingehenden Vorschlägen den Gewinner des Ibn Rushd Preises 2010 auswählen. Jeder kann einen Kandidaten (außer der eigenen Person) vorschlagen. Der Kandidat/Die Kandidatin sollte unmittelbar in der arabischen Welt wirken.
In diesem Jahr ist erstmalig eine Altersbegrenzung festgelegt: Kandidaten dürfen nicht über 40 Jahre alt sein.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag schriftlich per Brief, E-Mail oder Fax an unsere unten angegebene Adresse. Legen Sie eine Begründung und, sofern bekannt, einen kurzen Lebenslauf des Kandidaten/der Kandidatin bei. Kandidaten/innen können bis zum 25. Mai 2010 nominiert werden.

Das Preisgeld des in erster Linie symbolischen Preises beträgt 2500,- Euro. Finanziert wird der Preis ausschließlich von Beiträgen und Spenden der Mitglieder des Ibn Rushd Funds.  Siehe: Preisverleihungen.


Der Preisträger wird der Öffentlichkeit voraussichtlich Ende November in einer feierlichen Zeremonie in Berlin vorgestellt.