Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Nominierungen für den Ibn Rushd Preis 2008 werden ab sofort entgegengenommen

Nominierungen für den Ibn Rushd Preis 2008 werden ab sofort entgegengenommen

Dieses Jahr ist der Preis ausgeschrieben für
den Autor einer Studie zur Analyse des Scheiterns der arabischen Aufklärung.

Die modernen Aufklärungsbewegungen, die im 19. Jahrhundert auf Initiative weniger Reformer in arabischen Gesellschaften begonnen hatten, suchten den Dialog mit dem Westen und lehnten die Isolation und unkritische Bewahrung der Tradition ab. Trotzdem ist die Kluft zwischen den arabischen Ländern und dem Westen heute größer denn je.

Die Gründe für das Scheitern dieser Bewegungen sind zahlreich und komplex.

  • Warum gelingt es anderen Entwicklungsländern, in der Wissenschaft und Produktivität voranzuschreiten?
  • Warum konsumieren arabische Länder mehr als sie produzieren?
  • Sind es wirtschaftliche Gründe? Sind es historische Gründe?
  • Hat die islamische Gesellschaft den Mut zur Reform verloren?
  • Sind die korrupten Autokratien verantwortlich für den Rückschritt?
  • Sind es die Ängste vor dem Verlust der kulturellen Identität in einer globalisierten Welt?
  • Ist es die mangelhafte Bildung einer breiten Volksschicht?
  • Oder die Stammesgesellschaft mit ihren familiären Strukturen?

 

Wo stehen wir im Vergleich zu den modernen Staaten, die Freiheit und Gleichheit ihrer Bürger garantieren und den Menschen in der Mitte von Staat und Gesellschaft sehen?

Warum gelingt es Ländern, die große Denker und Wissenschaftler wie Averroes, Avicenna, Ibn Khaldun u. a. hervorgebracht haben, heute nicht, Anschluss an die Moderne zu finden?

Der Ibn Rushd Fund verleiht in diesem Jahr seinen zehnten Preis einem Autor oder Denker, der die Gründe für den Rückschlag in der arabischen Aufklärung untersucht.

Der in erster Linie symbolische Preis beträgt 2500,- Euro (zuzüglich Reisekosten und Logie für 2-3 Tage in Berlin). Finanziert wird der Preis ausschließlich aus Beiträgen und Spenden seiner Mitglieder. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der Satellitensender Al Jazeera TV Channel, Azmi Bishara, Mohammed Arkoun, Nasr Hamid Abu Zaid, Sonallah Ibrahim.

Jede/r Interessierte kann eine/n Kandidaten/in vorschlagen, den/die er oder sie für das diesjährige Thema der Preisausschreibung für geeignet hält. Der Kandidat/Die Kandidatin sollte unmittelbar in der arabischen Welt wirken.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag schriftlich per Brief, E-Mail oder Fax an unsere unten angegebene Adresse. Legen Sie eine Begründung und einen kurzen Lebenslauf des Kandidaten/der Kandidatin bei. Ihre Unterlagen werden an eine speziell zum Thema der Ausschreibung aufgestellte, unabhängige Jury weitergeleitet, die den/die Preisträger/in wählt.

Kandidaten/innen können bis zum 08. Juni 2008 nominiert werden.