| Liebe Leser!
der Herbst ist eine Jahreszeit der Einkehr und Besinnung, und so bringen
wir in unserem neuen virtuellen Heft eine Reihe von Beiträgen,
die nachdenklich blicken - zurück und nach vorn - und eine Menge Fragen
aufwerfen.
Warum tut sich die arabische Welt so schwer mit Modernismus? Was sind die Hindernisse einer gesellschaftlichen Entwicklung und wie lassen sich die Hindernisse überwinden? Der in Tunesien lebende syrische Schriftsteller und Wissenschaftler Abdallah Turkmani untersucht die historischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Gründe, die den Anschluss der arabischen Welt an die Moderne verhindern. Der Autor, der die Grundpfeiler der modernen Zivilisation in Vernunft, Historismus, Freiheit und Sekularismus sieht, ist der Meinung, dass die Demokratie erste Priorität haben sollte, um voranzukommen. Heute sei es wichtiger denn je, mit dem Fortschritt mitzuhalten, da im Zeitalter der Globalisierung eine Isolierung nicht möglich ist. Schließlich fragt sich der moderne syrische Philosoph Tayyib Tisini: Muss man - im Hinblick auf den zunehmenden internationalen Druck auf den Islam - bei der Suche nach einer Lösung von dem realen Islam ausgehen, oder von dem Islam, wie er sich historisch in den Schriften darstellt? Der Islam ist sowohl von der Ideologie als auch von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Der apologetisch angelegte Beitrag legt ein differenziertes Bild des Islam dar, indem er der Frage des Pluralismus und des Individualismus im Islam nachgeht. Vom "Centre for Torture Victims" in Berlin berichtet der in Deutschland
lebende sudanesische Arzt und Menschenrechtler Hamid Fadlalla.
Wir beenden unsere Herbstnummer mit zwei Gedichten von Rainer Maria
Rilke, "Herbst" und "Herbsttag", ins Arabische übertragen von Hakam
Abdelhadi.
20.10.2005 Abier Bushnaq
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