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Wort des Herausgebers Herzlich willkommen
zur zweiten Ausgabe von Minbar IBN RUSHD li-l-Fikr al-Hurr!
Wegen wachsender
Beteiligung und Nachfrage können wir diese neue Ausgabe schon jetzt
präsentieren, statt wie erwartet, erst im Herbst. Wir hoffen, dass
wir weiterhin das Interesse unserer Leser wecken.
Während im letzten Heft das Thema „Tranformationsprozesse in der arabischen Welt zwischen Tradition und Moderne“ den Rahmen für unser Forum bildete, ist in diesem Quartal das Wort „Globalisierung“ der Leitfaden. Gleich drei Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema Globalisierung, jeweils aus einem anderen Winkel. So schreibt Prof. Dr. M. Fayek aus Ägypten, Generalsekretär der vor 17 Jahre ins Leben gerufenen Arabischen Organisation für Menschenrechte, über die Auswirkungen der Globalisierung auf die Menschenrechte in der arabischen Welt. In seiner ausgezeichneten Analyse der Situation wägt Fayek mit viel Detail und Insiderwissen Ursache und Wirkung ab und nennt Gründe für die allgemeine Skepsis, die arabische Intellektuelle trotz ihrer positiven Haltung zur europäischen Aufklärung haben. Der irakische Wirtschaftwissenschaftler
Prof. Dr. Kadhim Habib (Arabisch-Europäisches Institut für Forschung
und Kommunikation (ArEF) e. V., Berlin) ) stellt die Globalisierungsdebatte
dar, wie sie seit Jahren in den intellektuellen und politischen Kräften
geführt wird. Insbesondere analysiert er die Stellungnahme von drei
politischen Lagern: den arabischen Linken, den arabisch-nationalistischen
Kräften und den Islamisten, wobei es in diesen Lagern noch einmal
Meinungsverschiedenheiten gibt. Professor Habib gibt in seinem Beitrag
kein wertendes Urteil, seine Vorbehalte gegenüber den Prozeß
der Globalisierung werden jedoch recht deutlich. Hier entnommen ein Zitat
von ihm aus der Neuen Zürcher Zeitung:
Der Palästinenser
Muhannad Ibrahim Abu Latifa, Chefredakteur der Zeitung Arab al-Youm in
Berlin, glaubt in dem Mangel an einer allen arabischen Ländern zugrundeliegenden
gemeinsamen Politik das größere Übel zu finden. Es fehle
ein politisches Reformpacket, das die arabische Welt auf Globalisierung
vorbereiten könne. Nur in der Politik sei die Lösung für
die existierenden Probleme zu finden. In seinem Beitrag fasst er konkret
die Meinungen vieler arabischer Intellektueller zusammen, die sich zum
Problem der Globalisierung geäußert haben, wie Muhammad Abid
al-Gabiri, Sadiq Galal al-Azm, Edward Sa’id, Galal Amin, Sayyid Yasin,
Ismail Sabri Abdallah und andere.
Mit dem Beitrag
des libanesischen Satirikers, Dichters und Schriftstellers Sa’id
Alameddin wird der Berliner Kulturverein al-Multaqa ath-thaqfi vorgestellt,
eine Zusammenkunft engagierter Intellektueller, deren Ziele und Aktivitäten
der Ibn Rushd Fund sehr begrüßt.
Es folgen weitere
Beiträge zur arabischen Kultur.Vom Orientalisten Dr. Hans-Peter Kunisch
wird der Roman des berühmten sudanesischen Autors at-Tayyib Salich
neu interpretiert, ein Werk, das nie genug erforscht werden kann und kein
bisschen an Aktualität verloren hat.
Die Journalistin Edna Yaghi, eine in Jordanien lebende Amerikanerin, erzählt in ihrer Geschichte „Our Violent Society“ das Statement eines Israelis nach, der über die Gewaltbereitschaft seiner Gesellschaft entsetzt ist. In „The Sons and Daughters of Liberty“ schreibt sie ihre eigenen Eindrücke über die Situation der israelischen Besatzung in Palästina. Bashar Humeid aus
Jordanien, der bisher jüngste Autor in unserer Reihe, Student der
Orientalistik am Institut für Politische Wissenschaft, Erlangen, stellt
für uns das Leben und Werk des Romanautors Abdulrahman Munif dar.
Am Schluß bringen wir eine Kurzgeschichte des in Berlin lebenden sudanesischen Frauenarztes und freischaffenden Autors Dr. Hamid Fadlalla. Dr. Fadlalla, von optimistischer Heiterkeit und toleranter Grundeinstellung geprägt, ist von seinem ganzen Wesen her bikulturell und engagiert sich seit Jahren für die Förderung von Kultur und der Unterstützung der Menschenrechte in der arabischsprechenden Welt.
Viel Spaß!
Dr. Abier Bushnaq Editor
in Chief |