| Dem offenen Islam
Preise für ägyptische Intellektuelle Der "Ibn-Ruschd-Preis für freies Denken" ist in Berlin an den neunundsiebzig Jahre alten ägyptischen Intellektuellen Mahmud Amin al Alem vergeben worden. Gewürdigt werden damit dessen Einsatz für freies und kühnes Denken in der arabisch-islamischen Welt. Erstmals war der Preis vor zwei Jahren an den arabischen Fernsehsender Al Dschazira für dessen unerschrockene Berichterstattung und Kommentierung der politischen Ereignisse in der arabischen Welt verliehen worden; im vergangenen Jahr war Issam Abdulhadi, Vorsitzende der Generalunion palästinensischer Frauen, Preisträgerin gewesen. Der in diesem Jahr ausgezeichnete Schriftsteller, Philosoph, Verleger und Journalist, derzeit Herausgeber der Kulturzeitschrift "Qadaya fikriya" ("Probleme des Denkens"), ist nicht nur als Autor zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Studien, sondern auch als Zeitschriftenkommentator hervorgetreten. Sowohl unter Präsident Nasser als auch unter Sadat war er mehrfach inhaftiert und verfolgt worden. Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena hat ihren Menschenrechtspreis ebenfalls an einen Ägypter, den zweiundsechzig Jahre alten Sozialwissenschaftler Saadedin Ibrahim, vergeben. Er hat sich, unter anderem als Vorsitzender des 1988 gegründeten Ibn-Khaldun-Zentrums in Kairo, seit vielen Jahren für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern, aber auch koptischen und muslimischen Ägyptern, und für Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte in seiner Heimat, eingesetzt. Der Preis wird am 15. Februar übergeben. Da Ibrahim gegenwärtig eine siebenjährige Haftstrafe verbüßt, wird seine Frau die Ehrung entgegennehmen. wgl Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2001, Nr. 292 / Seite 45 |