Sonallah Ibrahim

 

Sonallah Ibrahim wurde 1937 in Kairo geboren.
1952 beginnt er Jura zu studieren und arbeitet als Journalist und Übersetzter.
Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde er mehrmals inhaftiert und schließlich im Zuge der Kampagne gegen die Linken unter Präsident Nasser 1959 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Sein erster Roman Tilka r-ra’iha (Jener Geruch) erschien 1966. Der Roman wurde unmittelbar nach seinem Erscheinen konfisziert. Er erschien danach mehrere Male unvollständig, die erste unzensierte Version erst 1986 gleichzeitig in drei Ausgaben in Khartum, Kairo und Casablanca. 
Nach seiner Entlassung arbeitete er 1967 für die ägyptische Nachrichtenagentur Middle East News Agency (MENA). 1968 übersiedelte er nach Ost-Berlin, wo er von 1968 bis 1971 für die Nachrichtenagentur ADN der DDR arbeitete.
Sonallah Ibrahim übersetzte ins Arabische den Roman The Enemy von James Drought, Brudians Esel von Günter de Bruyn und eine Sammlung von Prosastücken von verschiedenen westlichen Autoren, die 1994 unter dem Titel at-Tagriba al-unthawiyya (Weibliche Erfahrungen) erschienen sind.
Seit 1975 widmet er sich ganz der Schriftstellerei. In diesem Jahr heiratete er.
Er schrieb zahlreiche Romane und Kurzgeschichten für Jugendliche als Form der Wissensvermittlung, u.a. einen Roman über das Meeresleben im Roten Meer. 

Ehrungen
1992 erhielt er den Ghalib-Halsa-Preis des jordanischen Schriftstellerverbands und 1994 den Sultan-Uwais-Preis (Vereinigte Arabische Emirate). 1998 lehnte er den Naguib Mahfuz-Preis der Amerikanischen Universität in Kairo ab. Ebenso lehnte er 2003 den Preis vom ägyptischen Kultusministerium für den besten arabischen Roman ab. In seiner Begründungrede kritisierte er die politische Haltung Ägyptens und der anderen arabischen Staaten zu den USA. Es sei ein Verhältnis, das durch Unterwürfigkeit und Diktat gekennzeichnet ist, und er verurteile, dass sie den Vernichtungskrieg Israels gegen  das palästinensischen Volk ignorieren.

Werke
Zu seinen wichtigsten Werken zählt  der Roman al-Lagna (Der Prüfungsausschuss) 1981. Er ist durch intertextuelle Bezüge aus der Zeitgeschichte gekennzeichnet und thematisiert die Auswirkungen globaler Märkte und kapitalistischer Großunternehmen auf alle Kontinente.
Beirut Beirut 1984 handelt vom Bürgerkrieg im Libanon.
Dhat 1992 und Sharaf 1997 befassen sich mit der realen Wirklichkeit, mit der die ägyptische Gesellschaft nach der wirtschaftlichen  Liberalisierung unter Sadat konfrontiert wurde.
Warda 2000 erzählt von dem Befreiungskampf Zuffars in Oman. 

Sein jüngstes Werk Amrikanli (Amerikanerisch) 2003 handelt von einem ägyptischen Geschichtsprofessor, der an einer amerikanischen Universität lehrt. Es werden die historischen Entwicklungen beider Länder miteinander verglichen. Der Titel besteht aus drei zusammengeschriebenen Worten  „Amri kana li“ (Einst war ich mein eigener Herr). 
 

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