IBN RUSHD PRIZE  for Freedom of Thought ‏2004

 

Mitglieder der Jury

 

Sabry Hafez

 

Der gebürtige Ägypter Sabry Hafez studierte zunächst Soziologie (1962), bevor er sich in den folgenden Etappen seiner Karriere ganz der Literaturwissenschaft widmete. Nach seinem Studium der Literaturkritik und des Theaters an der Kunstakademie in Kairo (1970) setzte er sein Studium fort und promovierte an der University of London über das Thema „Die Entstehung der Kurzgeschichte in Ägypten von 1881-1970“ (1979). Seine Arbeit erhielt den Richter Memorial Prize für die beste Doktorarbeit 1979. Er hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten, wie Oxford, Kairo (AUC), Edinburgh, Stockholm, Uppsala, Kalifornien und London. Seit 1988 lehrt er an der School of Oriental and African Studies, University of London. Prof. Hafez wurde 1988 als einer von 9 Mitgliedern des Panel for Modern Languages of The Arts and Humanities Research Board (AHRB) gewählt, der für die Finanzierung von Forschungsprojekten über moderne Sprachen an allen Universitäten Großbritanniens verantwortlich ist. Seit dem Jahr 2000 ist er Direktor der Sektion Arabische Literatur an der Londoner Universität.

Sabry Hafez hat in den sechziger Jahren mit dem bekannten Schriftsteller Yahya Haqqi in der Redaktion der Zeitschriften al-Majallah und at-Tali’a sowie der Zeitung al-Ahram zusammengearbeitet. Bevor er nach Großbritannien umsiedelte war er Mitglied im Obersten Gremium für Künste, Literatur und Sozialwissenschaften in Kairo. Sabry Hafez ist Mitglied der Schriftstellerverbands in Ägypten, des internationalen Schriftstellerverbands Pen (Zweig Kairo), der Gesellschaft der Filmkritiker, des Professorenverbandes an britischen Universitäten, des königlichen Fonds für die Pflege des nationalen Kulturguts u.a. 

Publikationen: Tschechovs Drama, 1972; Reisen zu den Städten der Träume: Eine Untersuchung der Dichtung Abd al-Wahhab al-Bayyatis, 1973; Gespräche mit Nagib Mahfouz, 1975; Das Experimentelle Theater: Studien und Rezensionen zum Englischen Drama, 1984; Literatur und Revolution, 1984; Mahmoud Darwisch, 1992 u.a.

 

 

 

Faissal Darrag

 

Faissal Darrag wurde 1942 in Palästina geboren. Nach Abschluss seiner Promotion in Frankreich 1974 arbeitete er von 1975 bis 1979 am Zentrum für Palästinensische Studien in Beirut. Faissal Darrag lehrte an der Hochschule für Theaterstudien in Damaskus 1995-1998. Zusammen mit Ihsan Abbas gab er von 1979 bis 1983 eine Reihe unter dem Titel „Ernte des Arabischen Denkens“ in sechs Bänden heraus und mit dem Theaterautor Saadallah Wannous und dem Romanautor Abd ar-Rahman Munif gab er 1989-1994 die Kulturzeitschrift Fragen und Zeugnisse heraus. Er ist auch Mitherausgeber der sechsteiligen Serie „Der Weg der politischen Partei in der Arabischen Welt“ im Arabischen Zentrum für Strategische Studien. Sein Buch Theorie des Romans erhielt mehrere Auszeichnungen, z.B. den Palästina-Preis und den Preis für das beste arabische Sachbuch 2002 auf der Buchmesse in Kairo. Er leitete die Übersetzung der Bücher Elend der Welt von Pierre Bourdieu und Traurige Umlaufbahnen von Claude Lévy-Strauss. Er beteiligte sich als Jury-Mitglied an vielen Kommissionen in Tunesien, Palästina, Syrien, Jordanien und Ägypten.

Publikationen: Über das Verhältnis zwischen Kultur und Politik; Die Semantik literarischer Beziehungen; Das Gedächtnis der Besiegten; Theorie des Romans; Der Arabische Roman; Der arabische Roman und die Deutung  der Geschichte und Die Zukunft der arabischen Literaturkritik.

 

 

 

Khalil Sheikh

 

Der jordanische Literaturwissenschaftler Dr. Khalil Sheikh (geb. 1954) ist lehrender Professor für arabische Literatur an der Universität Yarmuk in Irbid. Seinen Doktortitel erwarb er 1986 an der Universität Bonn/Deutschland. Er lehrte an der Yarmuk Universität, der jordanischen Universität und der Universität Sultan Qabus in Oman. Er ist Mitbegründer der in Oman herausgegebenen Zeitschrift Toleranz (Tasamuh). Seine Schwerpunkte: Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik) und moderne arabische Prosaliteratur. PhD: Der Teufel in der modernen arabischen Literatur. Die Rezeption eines europäischen Motivs in der Belletristik Dramatik und Poesie des 19. and 20. Jahrhunderts. Die Magisterarbeit behandelt das Thema „Der arabische Protagonist in Konfrontation mit der westlichen Kultur 1935-1978.“

Weitere Publikationen: Moderne Literaturkritik; Der Selbstmord in der modernen arabischen Literatur, 1997; Paris in der modernen arabischen Literatur, 1998; Wiederkehrende Vergleichsmöglichkeiten: Studien über das Verhältnis zwischen dem „Ich“ und dem „Anderen“, 2000; „Die Autobiographie von Jabra Ibrahim Jabra und die autobiographischen Spuren in seinen Prosa-Werken“ in Abhath al-Yarmuk, Bd. 7, Heft 1(1989), S. 71-96 u.a.

 

 

 

Youmna el Eid

 

Die libanesische Schriftstellerin und Literaturkritikerin Youmna el Eid promovierte Literaturwissenschaft an der Sorbonne Universität in Paris (1977). Nach der Promotion kehrte sie in den Libanon zurück und lehrte Arabische Literatur an der Libanesischen Universität bis 1999. Sie erhielt mehrere Lehraufträge und war Gastprofessorin an verschiedenen arabischen Universitäten und Forschungsinstitutionen, u.a. in Sanaa/Jemen von 1985 bis 1990 und am Zentrum für Angewandte Wissenschaften und Feministische Studien in Sanaa/Jemen von 1998 bis 1999, sowie Gastprofessorin an der Sorbonne Universität in Paris 1996. Anlässlich des Wissenschaftlichen Symposiums 2001 in Tunesien hielt sie eine Reihe von Vorlesungen an verschiedenen tunesischen Universitäten. 1992/1993 erhielt sie den Owais-Preis für ihre wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Literatur. Seit 1996 ist sie Mitglied der beratenden Kommission für die Serie „Buch in der Zeitung“, die von der UNESCO herausgegeben wird. Sie ist aktives und konsultierendes Mitglied in mehreren Institutionen und Redaktionen arabischer Literaturzeitschriften.

Publikationen: Literarische Termini und die arabische Kulturbewegung, 2004; Zur Israelischen Heuchelei: Einblick in Szene und Ansprache, 2003; Die Kunst des Arabischen Romans, 1998; Das Schreiben als Veränderung in der Veränderung – Gegenüberstellung des literarischen Schreibens zur Zeit des Libanesischen Bürgerkrieges, 1993; Techniken des Erzählens, 1990, 2. Ausgabe 1999; Zur Poetischen Aussage, 1987; Der Erzähler – Position und Form des Erzählens, 1986; Zur Erkundung des Textes, 1983 (4. bearbeitete Ausgabe 1998); Die Soziale Symbolik der Romantischen Literaturbewegung im Libanon, 1979 (2. Ausgabe 1980); Praktiken der Literaturkritik, 1983; Qasim Amin – Die Frau im Zentrum der Reformen, 1970; Amin ar-Raihani – Reisender der Araber, 1970.

Zusammen mit Mohamed al-Bakri übersetzte sie das Sachbuch Der Marxismus und die Sprachenphilosophie bei Michael Bachtin, 1983. Neben ihren wissenschaftlichen Arbeiten hat Youmna el Eid eine Reihe Kurzgeschichten in mehreren arabischen Zeitschriften veröffentlicht.

 

 

 

Salwa Bakr

 

Salwa Bakr wurde 1949 in Kairo geboren. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaft (Management) an der Ayn Shams University in Kairo (1972) studierte sie ein zweites Mal Theaterwissenschaft an der Kunstakademie in Kairo (1976). Von 1974 bis 1980 arbeitete sie als Inspekteurin bei der staatlichen Lebensmittelversorgung in Kairo, dann gab sie diesen Beruf auf und begann eine Karriere als Feuilleton-Journalistin. Seit 1985 widmet sie sich ganz der Schriftstellerei. Salwa Bakr ist seit 2001 Gastprofessorin an der Amerikanischen Universität in Kairo. Sie ist Mitglied im Obersten Gremium für Künste, Literatur und Sozialwissenschaften in Kairo, im ägyptischen Schriftstellerverband und Jurymitglied im ersten arabischen Filmfestival in Paris.

Publikationen: Sieben Kurzgeschichten-Sammlungen, sieben Romane und ein Theaterstück.

Ihre Werke wurden in mehreren Sprachen übersetzt, u.a. Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Russisch, Koreanisch und Serbisch.

In deutscher Übersetzung liegen folgende Bücher von Salwa Bakr vor: Atijas Schrein, 1992; Der goldene Wagen fährt nicht zum Himmel; Die einzige Blume im Sumpf, 1998; 1992 entstand nach ihrem Roman Der goldene Wagen fährt nicht zum Himmel der Film The Golden Chariot.

 

 

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