FAZ 12.12.02
S.
Preis für arabischen Knesset-Abgeordneten
wgl. FRANKFURT, 13. Dezember. An
diesem Samstag wird in Berlin
der Ibn Rushd-Preis für
freies Denken verliehen. Preisträger ist
Azmi Bishara, seit 1996
arabischer Abgeordneter in der
israelischen Knesset.
Bishara studierte in Berlin Philosophie und
Politische Wissenschaft;
von 1986 an hatte er für zehn Jahre den
Lehrstuhl für
Kulturwissenschaften, Philosophie und Politische
Theorie an der
Bir-Zeit-Universität in Ramallah inne. Als
Abgeordneter im
israelischen Parlament setzt er sich besonders
für die
Gleichberechtigung der arabischen Israelis ein, doch gilt
auch der Förderung des
Demokratie-Gedankens in den arabischen
Gesellschaften sein
Augenmerk. 1999 kandidierte Azmi Bishara als
erster Israeli
arabischer Herkunft für das Amt des
Ministerpräsidenten. Der
alljährlich vergebene Ibn Rushd-Preis
ist nach dem 1198
gestorbenen arabisch-muslimischen Philosophen
Abul Walid Muhammad Ibn
Rushd (Averroes) benannt.