Biographische
Kurzinformation zum Namenspatron Ibn Rushd
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Abul-Waleed Muhammad Ibn Rushd (Averroes) |
1126 (520 der Higra, isdlamischer Zeitrechnung) geboren in Cordoba, Spanien
Studien in Rechtswissenschaft und Heilkunde.
1169 (565 d.H.) Berufung zum Richter (Kadi) in Sevilla;
Übersetzung von de Anima von Aristoteles.
1171 Versetzung nach Cordoba, wo er zehn Jahre das
Richteramt innehatte. Während dieser Zeit schrieb er Kommentare
und Interpretationen über Werke des Aristoteles, so unter
anderem die Metaphysik, und zu Platos Politeia.
1182 (578 d.H.) Berufung als Leibarzt an den Hof von
Marrakesh, bald aber mit dem Titel eines Großkadi nach Cordoba
zurückgesandt.
Ibn Rushd fiel infolge des Widerspruchs, den die Theologen gegen
seine Schriften erhoben hatten, in Ungnade und wurde, nachdem man ihn
verschiedener Häresien angeklagt hatte und einem Verhör
unterzogen hatte, nach Lucena bei Cordoba verbannt. Gleichzeitg
befahl der Khalife, die Bücher des Philosophen mit Ausnahme der
Schriften über Heilkunde, Arithmetik und elementare Astronomie
zu verbrennen (um 1195). Wenig später hob er den
Verbannungsbefehl auf und berief Ibn Rushd wieder zu sich nach
Marrakesh. Die Kommentare des Ibn Rushd erregten auch hohe
Bewunderung in Europa, selbst bei den Theologen, die in seinem System
eine Gefahr für den Glauben erblickten. Ibn Rushd wurde im XIII.
Jahrhundert von den Bischöfen von Paris, Oxford und Canterbury
verurteilt aus Gründen ähnlich denjenigen, die seine
Verurteilung bei den orthodoxen Muslimen Spaniens bewirkt hatten.
Am 10. Dezember 1198 (9. Safar 595 d.H.) starb Ibn Rushd in
Marrakesh.